
(Landeshauptmann-Stv. Wilfried Haslauer mit der Bremer Finanzsenatorin und Bürgermeisterin Karoline Linnert auf dem Bremer Markt. Foto: Leopold-Kohr-Akademie)
Salzburg-Tage in Bremen. 8. Juli – 4. September 2010
Salzburgs Landeshauptmann-Stellvertreter Wilfried Haslauer (ÖVP) und Bremens Bürgermeisterin Karoline Linnert (Grüne) kamen so gut miteinander aus, dass Radio Bremen-Moderator Theo Schlüter ein im Hörfunk übertragenes Gespräch der beiden mit der Bemerkung beendete: „So ein Schwarzer wie Sie, Herr Haslauer, wird in Hamburg gerade gesucht.“ Eine Anspielung auf die schwarz-grüne Koalition in der größeren der beiden Hansestädte, die nach dem Rücktritt des dortigen Regierungschefs Ole von Beust (CDU) etwas schwieriger geworden ist. Spontane Reaktion der Bremer Bürgermeisterin: „Hamburg ist viel zu groß.“
„Zu groß“ – das beschreibt auch den Anlass, warum es überhaupt zu dem Treffen zwischen Linnert und Haslauer kam: Eine Ausstellung über Leben und Werk des in Oberndorf bei Salzburg geborenen „Philosophen des rechten Maßes“, Leopold Kohr, die noch bis zum 4. September im Haus der Wissenschaft in Bremen gezeigt wird. Damit verbunden präsentierte sich die Mozartstadt nun mit zahlreichen Veranstaltungen – Ausstellungen, Konzerten, Kabarett, Vorträgen und Wirtschaftsgesprächen – in der Freien Hansestadt Bremen.
Allen Skeptikern zum Trotz, die gewarnt hatten, einen solchen Veranstaltungsreigen just in die Ferienzeit zu legen, wurden die „Salzburg-Tage“ an der Weser ein Riesenerfolg. Nicht nur, weil die Botschaft „small is beautiful“ des Philosophen Kohr im kleinsten deutschen Bundesland verständlicherweise gut ankommt. Sondern auch, wie Karoline Linnert es empfand, weil besonders die Künstler(innen) und Musiker(innen) von der Salzach „die Salzburg-Tage zu einem wunderschönen Fest für Bremen gemacht haben.“
Zwei Beispiele dafür: Bei der Eröffnung einer Ausstellung des Salzburger Künstlers Karl Hartwig Kaltner brachte ein spontanes Konzert der Musikgruppe „Querfeldein“ viele sonst eher zurückhaltende norddeutsche Bremer dazu, bis tief in die Nacht mit Salzburger Gästen auf der Straße zu tanzen. Und die Mozarteum-Absolventin Nihan Devecioglu bereitete vor allem dem hanseatischen Bildungsbürgertum im renommierten Konzerthaus „Die Glocke“ einen mit viel Applaus bedachten Musik-Genuss.
(Die Salzburger Delegation bei COSPAR – dem weltgrößten Wissenschaftskongress von Weltraumforschern mit über 3000 Teilnehmern aus 59 Ländern. V.L.: LAbg. Mag. Hans Scharfetter, Landeshauptmann-Stv. Dr. Wilfried Haslauer, Prof. Manfred Fuchs, Botschafter i. R. Dr. Michael Breisky. Foto: Leopold-Kohr-Akademie)
Wilfried Haslauer wäre in Bremen allerdings beinahe „auf den Mond geschossen“ worden. Rein zufällig nämlich wurde genau am Tag seines Kurztrips an die Weser in der Hansestadt die COSPAR-Konferenz eröffnet – der weltgrößte Wissenschaftskongress von Weltraumforschern mit über 3000 Teilnehmern aus 59 Ländern. Auf Einladung des Aufsichtsratsvorsitzenden der OHB-System AG, Manfred Fuchs, besuchte der Landeshauptmann-Stellvertreter auch kurz diesen Kongress und ließ sich von Fuchs unter anderem den bei OHB gebauten Navigationssatelliten „Galileo“ zeigen. In diesem Zusammenhang kam Fuchs auch auf das zunehmende Interesse am Weltraum-Tourismus zu sprechen und bot an: „Wenn Sie mal mit wollen…“
Ein ganz bodenständiges Touristik-Angebot bekamen dagegen Susanna Vötter-Dankl und Christian Vötter von der Leopold Kohr-Akademie, die die Bremer „Salzburg-Tage“ maßgeblich organisiert haben. Bremens Touristik-Chef Peter Siemering möchte mit ihnen gern prüfen, wie der Tourismus in beide Richtungen intensiviert werden kann. Sein erster Vorschlag: Im nächsten Jahr „Bremen-Tage“ in Salzburg – natürlich mit den Stadtmusikanten.







